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Gedanken zur Marktlage 2004

Sechs Wochen vor Jahresschluss schon eine Jahresbilanz zu ziehen ist natürlich nicht einfach. Für dieses Jahr kann ich aber gefahrlos die Aussage machen, dass es ein sehr erfreuliches Jahr war und wir die
letztjährigen (keineswegs schlechten!) Zahlen bereits jetzt übertroffen haben. Wenn sich der Jahresendverkauf entsprechend gestaltet, wird man sogar von einem sehr guten Jahr sprechen können.

Analysiert man das Gesamtresultat, kommt man zu verschiedenen
Erkenntnissen: In der Schweiz gibt es erfreulich viele Heimatsammler,
auch wenn für gewisse Kantone jetzt ein Beginn für neue Sammler sehr
empfehlenswert wäre. Deren Käufe sind recht konstant. Man kann in der
Regel weniger Material finden, als diese bereit wären, aufzunehmen.
Erfreulich ist auch die Nachfrage nach der mittleren oder gar minderen
Qualität, vorab bei den teuren Kantonalmarken. Nach wie vor
zurückgeblieben ist aber jene für die Luxusstücke bei Kantonals. Wegen
nach wie vor günstigen Einkäufen können wir dort viele Stücke 20-30%
günstiger anbieten als in den Spitzenzeiten vor 15-25 Jahren! Allerdings
haben sich die Preise auf diesem Niveau seit einigen Jahren nun
stabilisiert und sind nicht mehr weiter gesunken. Wichtig: Dies gilt -
und dies mag viele erstaunen! - einzig für die Luxusstücke! Dort mangelt
es derzeit an grossen Generalsammlern, die sich für alle Nummern
interessieren. Wir haben zwar durchaus noch grosse Sammler in der
Schweiz, aber viele davon sind leider nicht mehr aktiv. Ich sage dies
mit ausdrücklichem Bedauern, dass etliche Aussteller die Sammlung dann
als abgeschlossen betrachten, wenn die Blätter für die an einer
Ausstellung mutmasslich zugesprochenen Rahmen gefüllt sind und nicht
dann, wenn das vorgerückte Alter oder aber gesundheitliche Probleme die
Aufgabe des Hobbys nahelegen. Eigentlich schade, denn Briefmarkensammeln
sollte einem in erster Linie einmal Freude bereiten. Und Freude hat man
in keiner Lebensphase zuviel, vor allem nicht im hohen Alter, wenn
andere Beschäftigungen mehr und mehr beeinträchtigt werden!

Ganz anders präsentiert sich die Lage bei den Kantonals mit kleinen bis
sogar grossen Mängeln! Dort hat sich der Markt ganz erfreulich
entwickelt und dort sind denn auch die Preise keineswegs gefallen in den
letzten Jahren! Im Gegenteil: wir sind dort bei etlichen, vor allem den
seltensten Nummern recht knapp dotiert und am Ankauf sehr interessiert!

Merklich angezogen hat die Nachfrage in diesem Jahre aus dem Ausland.
Und zwar in allen Bereichen. Interessanterweise aber nicht aus unserem
üblicherweise wichtigsten Auslandsmarkt, aus Deutschland (dort bereitet
die konjunkturelle Lage offenbar nach wie vor grössere Probleme als
angenommen), sondern aus Übersee. Erstaunlich ist dies deshalb, weil der
Dollar in diesem Jahre doch erheblich an Wert verloren hat. Damit
bestätigt sich eine alte Erfahrung: je mehr eine Währung an Wert
verliert, umso mehr steigt das Interesse an Briefmarken aus einem Land
mit sehr stabiler Währung, eben der Schweiz!




Zukunftsaussichten

  1. Die Inflation wird in den wichtigsten Absatzländern wohl leicht steigen, aber nach wie vor kein Thema bilden.
   
  2. Die Zinssätze sind – vor allem, aber nicht nur in der Schweiz – historisch tief. Benötigt man Fremdgeld, ist dies sehr günstig, will man welches anlegen leider gar nicht! Viele Anleger überlegen sich, ob bei den heutigen, fast lächerlich geringen Renditen nicht ein Teil des Geldes in alternative Anlagen (wie z.B. klassische Briefmarken) gesteckt werden soll, die wenigstens als Sammelobjekt eine echte Sammlerfreude und damit einen gesunden Besitzerstolz vermitteln können.
   
  3. Der begonnene konjunkturelle Aufschwung wird sich fortsetzen. Übrigens: ein langsamer, aber stetiger Aufschwung ist in meinen Augen nachhaltiger als ein überhitzter, der unverzüglich zu Gegenreaktionen und Realisationen ruft.

Kantonals


Es sind unsere allerersten Schweizer Briefmarken, die zwar lediglich in
den Kantonen Zürich, Genf und Basel ausgegeben worden sind, aber dennoch halt in eine komplette Alt-Schweiz-Sammlung gehören. Naturgemäss gibt es in diesem Bereich sehr teure Stücke. Wenn man in qualitativer Hinsicht keine übertriebenen, kaum erfüllbaren Wünsche hegt, kann man sich hier aber sehr wohl auch mit einer mittleren oder gar minderen Qualitätsstufe zufrieden geben. Die Marken müssen selbstredend einfach echt sein und der Preis der vorhandenen Qualität entsprechen! Wichtig: ein gutes Attest allein genügt leider keineswegs! Die Qualität muss damit tatsächlich auch übereinstimmen, weshalb jener Käufer sicherlich gut beraten ist, der sich an ein renommiertes Fachgeschäft wendet, das mit seinem Namen nicht nur für eine seriöse Belieferung sondern insbesondere auch für eine breite und fundierte Beratung garantiert. Die Kantonals befinden sich nach wie vor auf einem sehr interessanten Kaufniveau! Wenn Sie sich für einen Posten oder eine ganze Sammlung interessieren, unterbreiten wir Ihnen sehr gerne eine speziell nach Ihren Wünschen zusammengestellte interessante Offerte. Früher neigten viele "Berater" dazu, den Sammlern einzig und allein die Luxusqualität als kaufenswert zu empfehlen, alles andere würde seinen Wert eines Tages viel eher einmal verlieren. Auch wenn ich selber lieber ein teures Luxusstück als einen billigen Lückenfüller verkaufe, so muss ich ehrlicherweise erwähnen, dass unsere eigene Markterfahrung derzeit - und dies schon seit einigen Jahren - anders aussieht! Und um dies zu unterstreichen und um unser Interesse am Ankauf von Kantonals in 2. und 3. Qualität zu unterstreichen machen wir Ihnen das Angebot, dass wenn Sie den Wunsch haben, die eine oder andere Kantonalmarke, die Sie möglicherweise seit Jahren in nicht perfekter Erhaltung in der Sammlung haben durch ein Luxusstück zu ersetzen (sei es, weil Sie das Stück schon immer irgendwie "gestört" hat oder weil es einfach qualitativ nicht zu den andern Stücken in Ihrer Sammlung drin passt oder aber einfach, weil Sie von den derzeit immer noch recht tiefen Preisen für die Luxusstücke bei den Kantonals profitieren möchten), dass wir Ihnen ein solches "Upgrading", eine solche Aufwertung Ihrer Sammlung sehr gerne dadurch ermöglichen, dass wir Ihnen im Austausch gegen ein entsprechendes Luxusstück Ihre fehlerhafte Marke zu einem bevorzugten Preis an Zahlung nehmen! Unterbreiten Sie uns Ihre Austauschwünsche!

Rayons


Das Zusammentragen und das Plattieren der verschiedenen Drucksteine hat erfreulicherweise neue Liebhaber gefunden. Es ist dies eine der
interessantesten und auch erfüllendsten Sammlungsarten überhaupt, die
sozusagen für jeden Geldbeutel verträglich gestaltet werden kann. Gerne
orientieren wir Sie bei Interesse über die Details. Sicher kann man
sagen, dass auch hier das Preisniveau nach wie vor interessant ist und
dieses Gebiet im Laufe der nächsten Jahre sicher noch an Zuspruch
gewinnen wird. Fortgeschrittene Sammler werden in wenigen Jahren den
Zeitpunkt für gekommen ansehen, wo Exemplare gewisser seltener
Drucksteine nur noch vereinzelt gefunden werden können. Die Beliebtheit
dieser Marken hängt auch damit zusammen, dass die Rayons für die meisten Heimatsammler die ältestmöglichen Marken überhaupt darstellen, die für sie greifbar sind. Also kommt auch aus diesem Sammlersegment eine zusätzliche Nachfrage in den Markt.

Strubel und sitzende Helvetia gezähnt


Sie bilden an sich die Hauptgebiete für die Heimatsammler. Für jene
Sammler also, die die Entwertungen nur eines Kantons oder eines Bezirkes oder gar nur einer einzigen Ortschaft zusammentragen. Der
Sammlungsmöglichkeiten gibt es hier sehr viele, vor allem auch wegen der herrlichen Stempelvielfalt. Die Preise für die überteuerten Bereiche
(seltene Auslandsdestinationen, seltene Kombinationen oder
Mischfrankaturen) haben sich auf ein vernünftiges Mass zurückgebildet.
Diese stammten ohnehin fast durchwegs aus guten Auktionen und konnten im Direktverkauf kaum je erzielt werden. Heute gibt es in diesem Bereich
keinerlei Anlass mehr, vor überhöhten Preisen zu warnen.

Ungebrauchte Marken


Langsam konstatieren immer mehr Sammler, dass die ungebrauchten
Alt-Schweiz-Marken preislich stark zurückgeblieben sind. Das ist bislang
kaum aufgefallen, weil auch die Nachfrage weit geringer war als jene
nach gestempelten Stücken. Je mehr Sammler dies nun aber realisieren,
desto augenfälliger wird ganz allgemein das Missverhältnis zwischen den
Katalogpreisen für die ungebrauchten und die gebrauchten Marken. Einige
Nummern der ungezähnten ungebrauchten Ausgaben sind durchaus genügend am Markt zu finden. Andere aber kaum. Wir pflegen dieses Gebiet recht intensiv seit gut drei Jahrzehnten und beraten Sie recht gerne, wenn Sie sich unsicher fühlen.

Geburtstagssammlungen


Wenn Sie für sich selber oder Ihre Kinder, Gross-oder Patenkinder ein
besonderes, ganz persönliches Geschenk suchen, so empfehle ich Ihnen
eine Geburtstagssammlung. Darunter versteht man das Sammeln eines
bestimmten Tages im Jahr. Wichtig ist also der Tag und der Monat, nicht
aber das Jahr. Also eben der bestimmte Geburtstag! Wir haben hier eine
ganze Anzahl von Alt-Schweiz-Stücken im Computer in allen Preislagen
aufgezeichnet. Machen Sie einen Versuch. Wir sagen Ihnen gerne, was wir
von welchem Datum am Lager hätten! Sie können nicht davon ausgehen, dass Sie hier in kürze ein ganzes Album zu füllen vermögen. Das ist auch
nicht nötig. Aber als Einstieg in eine Sammlung ist eben eine oder
einige wenige Seiten mit dem eigenen Geburtstag ein ganz besonderer
Sammlungsanfang, eben ein rein persönlicher. Und das ist es ja, was Sie
anstreben sollten: den Aufbau einer persönlichen und keiner
"Dutzendsammlung". Auch - oder vor allem - ein Nachkomme wird mit
Sicherheit zu einer geerbten Sammlung eine völlig andere Beziehung
haben, wenn diese mit "seinem" Geburtstag beginnt! So etwas wird er -
wenn überhaupt - viel weniger schnell einfach "versilbern". Die Chance
ist sehr gross, dass er solch ein Objekt selber weiterführt. Wenn nicht
sofort, so allenfalls dann, wenn er altersmässig in ein "ruhigeres
Fahrwasser" kommt, irgendwo sesshaft wird und eine eigene Familie
gegründet hat.

Es gehört bei uns zur Tradition, dass gegen das Jahresende hin bei uns
mit den Arbeiten am neuen Katalog etliche Familienmitglieder beschäftigt
sind. Einmal redigiert unser Sohn Markus diesen seit Jahren ganz
alleine. Auch unser Auftritt im Internet unter http://www.ghonegger.ch wird allein von ihm gestaltet. Dort finden Sie die Angebote unseres
Kataloges wie auch solcher im Laufe des Jahres und können problemlos
direkt per e-mail auch bestellen. Natürlich ist dies die schnellste (und
billigste) Art der Bestellung! In die Katalogarbeiten ist aber auch
meine Frau seit Wochen involviert und sobald die fertigen Exemplare aus
der Druckerei und Buchbinderei ausgeliefert worden sind, werden wir auch
dieses Jahr wieder auf die Hilfe zahlreicher Verwandter zählen dürfen,
die uns den Versand innert nützlicher Frist überhaupt erst ermöglichen.
Diesen allen, sowie auch Ihnen, sehr verehrte Kundinnen und Kunden, gilt
mein persönlicher Dank für recht zahlreichen persönlichen Kontakte und
Ihre Käufe im verflossenen Jahre. Auch für's neue möchte ich Ihnen meine
selbstverständliche Bereitschaft bekunden, Sie nicht nur zur beliefern,
sondern nach bestem Wissen und Gewissen auch in allen Fragen zu ihrer
Alt-Schweiz-Sammlung zu beraten. Sei dies telefonisch, schriftlich oder
aber auch persönlich, wenn Sie es vorziehen sollten, mit Ihrem Objekt
zwecks Besprechung persönlich vorbei zu kommen. Ich werde mir gerne die Zeit für Sie nehmen und freue mich auf Ihre diesbezügliche Mitteilung.




Mit den besten Wünschen für ein glückliches neues Jahr,




Schmerikon, 16.11.04


Ihr Gottfried Honegger

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