03 honegger philatelie Wissenswertes

Philatelistische Literatur

Seit die Briefmarken als Sammelobjekt entdeckt worden sind gibt es Anstrengungen, sich auch um die Hintergründe und die Entstehung der Marken zu bemühen. Schon vor rund 150 Jahren gab es erste Niederschriften, anfänglich meist in Form von Katalogen oder Preislisten die dem Laien immerhin aufzeigten, was für Marken es überhaupt gegeben hat. Während vielen Jahrzehnten gab es aber nur wenige umfassende Bücher darüber. In der Regel in Form von Spezialkatalogen (Beispiel Zumstein Handbuch von 1924). In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es durchaus gute Philatelisten (ich spreche hier von der Schweiz und der Literatur über die alten Schweizer Marken), Sammler, wie Prüfer und auch Händler, die über einen umfangreichen Erfahrungsstand verfügten. In aller Regel verschwand aber deren Wissen mit dem Tode derselben. Wären nicht die Auktionskataloge oder private Fotokarteien grosser Sammlungen, hätten wir heute kaum Kenntnis von vielen grossen Seltenheiten oder ganzer Sammlungen. Der Druck solcher Bücher, ganz abgesehen von den Fotografien, war einfach zu teuer. Ganz ausnahmsweise nur entstand ein Werk - man darf es ohne Übertreibung als Jahrhundertwerk der Schweizer Philatelie bezeichnen - wie jenes von P.Mirabaud und A.de Reuterskjöld. In den letzten Jahrzehnten ist es nun mit Hilfe des Computers möglich geworden, das philatelistische Wissen - angereichert ohne weiteres auch durch Fotos - nicht nur zu sammeln, sondern auch wesentlich preiswerter zu publizieren. Aus diesem Grunde gibt es seit relativ wenigen Jahren nun eine ganze Anzahl von Büchern, in welchen Resultate eines ganzen Forscherlebens zusammengefasst und weiteren Kreisen zugänglich gemacht werden können. Wir alle können heute davon profitieren. Und zwar zu lächerlich geringen Preisen davon profitieren. Ob solch ein Werk heute einige Dutzend oder einige wenige hundert Franken kostet ist eigentlich egal. Zu diesem - wie gesagt lächerlich geringen - Preis kann man sich die Forschungsresultate eines ganzen Lebens erwerben. Darin sind in aller Regel nicht nur Hunderte, sondern Tausende von Arbeitsstunden enthalten! Und dennoch: Geld verdienen konnte man und kann man heute mit philatelistischer Literatur nicht! Leider ist dies unmöglich. Nicht nur, weil man fast unmöglich grosse Auflagen der Werke an den Mann bringen kann. Meist handelt es sich um zwei- maximal von dreistelligen Auflagezahlen - und solche Kleinserien kann man auch heute noch unmöglich gewinnbringend herstellen und verkaufen. Umso dankbarer sollten wir jenen Leuten sein, die uneigennützig solche Werke veröffentlichen. Es wäre naiv anzunehmen, dass wir diesen Autoren durch den Kauf ihrer Werke zu einem ruhigen oder gesicherten Lebensabend verhelfen könnten. Aber es wäre für diese zumindest eine Achtung und Wertschätzung Ihrer Arbeit. Das ist meist das Einzige, was sie sich erhoffen und auch verdienen. Ich möchte Ihnen einige dieser Erzeugnisse aufführen. Meist stammen sie aus den letzten Jahren. Es betrifft nur eine Anzahl jener Bücher, die gerade auf meinem Pult liegen. Eine etwas grössere Auswahl finden Sie - wie immer - auf der letzten Seite unseres Kataloges.

Die Schweizerischen Postmarken von P. Mirabaud und A. de Reuterskjöl. Derzeit verfügen wir über ein Originalwerk von 1898, das wohl das kostbarste Buch der Schweizer Philatelie darstellt. Nur wenige - und nicht einmal alle der grossen Alt-Schweiz-Sammler - können sich rühmen, ein Original dieses wohl berühmtesten Buches über die klassischen Schweizer Marken zu besitzen! Die Preise schwanken je nach Erhaltung. Fragen Sie bei Interesse. Von diesem Werk gibt es jedoch einen ganz hervorragenden Neudruck, den wir auf Deutsch und auf Französisch am Lager haben. Der Inhalt ist identisch mit dem Originalwerk und der Preis von 300.-- für den Neudruck ist jedoch nur ein Buchteil des Originals. Ein Buch, das an sich in keiner Philatelisten-Bibliothek fehlen dürfte!

Schweiz Kantonalmarken von Richard Schäfer (sen.). Das bislang wohl umfassendste Werk über die Schweizer Kantonalmarken mit Statistiken, Abstempelungen und Einheiten. Es ist nur schwerlich vorstellbar, dass dieses in inhaltlicher Hinsicht übertroffen werden könnte. CHF 139.--.

Postgeschichte von Genf bis 1854, ebenfalls von Richard Schäfer sen. Seit Jahren ein Standardwerk über die Genfer Marken und deren Vorphilatelie. Der Preis dafür von 50.-- ist als reines Geschenk anzusehen.

Der Briefpostverkehr Schweiz-Ausland 1459 bis 1907. Das wohl bekannteste und vielleicht auch bedeutendste Werk von Richard Schäfer sen. Man kann sich kaum ein Land vorstellen, das nicht aufgeführt und dessen Briefverkehr von der Schweiz aus postgeschichtlich mit Tarifen und Leitwegen nicht dokumentiert worden ist. Das Buch hat durchaus ebenfalls das Zeug zu einem "Jahrhundertwerk" der Schweizer Philatelie! CHF 275.--.
Schweizer Auslandsfrankaturen zur Zeit der Rayon-Marken (1850 - 1854) von Gerhard Blaickner. Die aktuelle 2. und stark erweiterte Auflage ist ganz in Farben gehalten. Derzeit sicherlich die umfassendste Zusammenstellung aller Rayon-Auslands-Frankaturen. CHF 75.-

Tessin. Die Strahlenstempel der Schweiz von Jean-Paul Bach und Felix Winterstein. Derzeit der eigentliche Renner unter den Sachbüchern. Wer sich für die Ovalstempel aus dem Kanton Tessin interessiert, wird kaum an diesem Werk vorbeikommen! Ausserordentlich umfassend dokumentiert mit Bewertungen der Stempel und deren möglichen Vorkommen und auf eine ganz neue, überaus sympathische Art beschrieben. CHF 48.--.

Basler Taube von Werner Herold. Das sicherlich umfassendste Werk über diese berühmteste aller Schweizer Marken mit Abbildungen der meisten der etlichen hundert Briefe und einer Vielzahl von Statistiken, Entwertungen, Angaben zu den Absendern oder Adressaten der Briefe und der Daten derselben. Dieses Werk in Ringbuchform mit weit über 400 Seiten kann künftig durch neu aufgetauchte Briefe leicht ergänzt werden. Sicherlich für die nächsten Jahrzehnte das umfassenste Werk über diese beliebte Kantonalmarke. CHF 240.--

Sitzende Helvetia ungezähnt, 1854 - 1863. Das grosse Strubel-Handbuch von Urs Hermann. Dieses Werk ist jetzt schon acht Jahre auf dem Markt und in der Zwischenzeit hat es sich für immer breitere Kreise der Strubel-Sammler zum eigentlichen Standardwerk ihres Sammelgebietes entwickelt. Die ganze Entwicklung ab den Probedrucken dieser Ausgabe und deren Klassierungen sind dermassen umfassend dargestellt, dass man sich auch hier kaum grosse Neuerungen noch vorstellen kann. Absolut vorstellbar, dass auch dies zu einem "Jahrhundertwerk" der Schweizer Philatelie werden könnte! CHF 340.--.

Grosses Handbuch der Abstempelungen auf Schweizer Marken 1843 - 1907. Dabei handelt es sich um eine Neuausgabe des ursprünglichen Werkes von 1931 (zwei Bände, bei uns CHF 80.--) von Andres und Emmenegger, ergänzt durch Alfred Müller (sen.) und Anton Lipp und neu herausgegeben und gewaltig ergänzt im Jahre 1969. Bei dieser Neu-Ausgabe handelt es sich um total acht Ringbücher (drei mit den Fototafeln, fünf mit den Bewertungen der verschiedenen Stempelgruppen). Auch diese Neuausgabe ist längst vergriffen. Wir können antiquarisch diese acht Bände noch liefern. Für Stempelsammler der alten Schweizer Marken ein absolutes Muss. Preis 350.--, aber nicht für einen Band, sondern für alle acht zusammen!
Allfällige Bestellungen bitte auf Grund der Nummern am Ende des Kataloges vornehmen.

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